Naturheilkunde, Frauenförderung und Biodiversität:
Naturheilkunde, Frauenförderung und Biodiversität: Unser erfolgreiches Heilpflanzen-Projekt in Bangladesch
Gemeinsam viel bewegen – das ist der Grundsatz unseres Vereins Die Brücke balingen bangladesch e.V.! In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen MATI und der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) haben wir ein wegweisendes Projekt (Projekt-Nr. LM-A-23-026) erfolgreich abgeschlossen.
Das Ergebnis? Ein gestärktes Bewusstsein für traditionelle Heilpflanzen, eine höhere Biodiversität in den Haushalten und nachhaltige Einkommenschancen für Frauen vor Ort.
Was wir gemeinsam erreicht haben
Im Rahmen des Projekts wurden 25 Frauen aus 25 Dörfern des Projektgebiets intensiv geschult und dabei unterstützt, gefährdete Heilpflanzen in ihren eigenen Hausgärten sowie in Gemeinschaftsgärten anzubauen und zu pflegen.
Das Projekt verfolgt dabei gleich mehrere zentrale Ziele:
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Gesundheit stärken: Förderung gemeinschaftsbasierter, präventiver Gesundheitspraktiken.
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Artenvielfalt sichern: Schutz und Vermehrung gefährdeter Heilpflanzen in den Regionen.
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Frauen stärken & Einkommen schaffen: Befähigung von Frauen, durch den Anbau und die Weiterverarbeitung von Kräutern eigenes Einkommen zu erzielen.
Zurück zu den Wurzeln: Gesundheit aus dem eigenen Garten
Durch das Projekt kehrt ein fast vergessenes Wissen in den Alltag der Familien zurück. Heilpflanzen bieten einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu natürlichen Gesundheitsressourcen, um alltägliche Beschwerden wie Husten, Erkältungen, Hautprobleme oder Verdauungsstörungen präventiv oder unterstützend zu behandeln.
Pflanzen wie Basak (Malabarnuss), Tulsi (Heiliges Basilikum), Pathorkuchi (Luftpflanze) oder Lajjabati (Mimose) wachsen nun direkt vor den Haustüren der Familien. Selbstverständlich ersetzen diese Heilpflanzen keine professionelle medizinische Behandlung – doch sie bilden eine wertvolle Brücke zur präventiven Vorsorge und verringern bei leichten Leiden die Abhängigkeit von Schulmedizin.
Wirtschaftliche Perspektiven durch starke Kooperativen
Neben der Nutzung für den Eigenbedarf eröffnet das Projekt den Frauen langfristige wirtschaftliche Perspektiven:
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Eigenverarbeitung: Frauen verarbeiten Pflanzen wie Roselle oder Moringa-Blätter in den Zentren ihrer Kooperativen zu Tees, Pulvern oder Kapseln.
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Nachhaltiger Verkauf: Mehrjährige Bäume wie Neem, Arjun, Amloki (Indische Stachelbeere) oder Haritaki wachsen in Gemeinschaftsgärten. Der Verkauf dieser Heilprodukte, die in Bangladesch immer beliebter werden, wird der Gemeinschaft auch in den kommenden Jahren ein stabiles Einkommen sichern.
Ein starkes Netzwerk vor Ort
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die engagierte Frauenkooperative, die von der Schulung über die Sensibilisierung der Bevölkerung bis hin zum Aufbau einer eigenen Bio-Wertschöpfungskette eine Schlüsselrolle einnimmt.
Unterstützt wird das Projekt durch die hervorragende Vernetzung von MATI mit lokalen Behörden, Regierungsstellen und Banken. Diese Partnerschaften stellen sicher, dass der Ausbau der Wertschöpfungskette auch in Zukunft nachhaltig gefördert wird.
Übersicht: Unsere Heilpflanzen und ihre Anwendung
Hier ein Überblick über die im Projekt geförderten Heilpflanzen und deren Verwendungszweck:
| Lokaler Name | Deutscher / Englischer Name | Wissenschaftlicher Name | Gesundheitsanwendung | Nutzung / Produkte |
| Basak | Malabarnuss / Vasaka | Justicia adhatoda L. | Linderung von Husten, Bronchitis und Atemwegsbeschwerden | Privatgebrauch |
| Neem | Neembaum | Azadirachta indica | Hautpflege, Hygiene, Bekämpfung von Pilzen und Insekten | Pulver & Tablette |
| Arjun | Arjuna-Baum | Terminalia arjuna | Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit | Pulver |
| Amloki | Indische Stachelbeere / Amla | Phyllanthus emblica L. | Verdauungsfördernd, reich an Antioxidantien, stärkt das Immunsystem | Pulver |
| Haritaki | Chebulische Myrobalane | Terminalia chebula | Verdauungsfördernd, wirkt regulierend bei Verstopfung | Pulver |
| Bohera | Belerische Myrobalane | Terminalia bellirica | Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden (Bestandteil von Triphala) | Pulver |
| Pathorkuchi | Luftpflanze | Kalanchoe pinnata | Traditionell bei Harnwegs- und Nierenbeschwerden sowie Wunden | Privatgebrauch |
| Lajjabati | Mimose / Berühr-mich-nicht | Mimosa pudica L. | Traditionell bei Wunden, Entzündungen und Durchfall | Privatgebrauch |
| Tulsi | Heiliges Basilikum | Ocimum tenuiflorum L. | Stärkt das Immunsystem bei Erkältung, beruhigend bei Stress | Tee |
| Zitronengras | Zitronengras | Cymbopogon citratus | Verdauungsfördernd, beruhigend und antioxidativ | Tee & Öl |
| Roselle | Hibiskus | Hibiscus sabdariffa L. | Unterstützend bei Bluthochdruck und für gesunde Blutfettwerte | Tee |
| Sajina | Moringa / Trommelstockbaum | Moringa oleifera | Nährstoffreich, entzündungshemmend und antioxidativ | Pulver, Tablette, Kapsel |
| Kurkuma | Kurkuma / Gelbwurz | Curcuma longa L. | Entzündungshemmend, verdauungsfördernd, gut für die Gelenke | Pulver & Kapsel |
Unser Fazit
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch die Kombination von tradierter Naturheilkunde, lokaler Zusammenarbeit und Frauenförderung Hilfe zur Selbsthilfe gelingt. Wir bedanken uns herzlich bei MATI, der SEZ und allen Spenderinnen und Spendern, die diese wertvolle Arbeit möglich machen!